Was ist eine Einbauküche?
Eine Einbauküche ist eine fest auf den Raum geplante Küche: Schränke, Geräte und Arbeitsplatte sind aufeinander und auf die Wände abgestimmt, statt als Einzelmöbel nebeneinanderzustehen. Sie folgt einem Rastermaß von meist 60 cm und wird vor Ort millimetergenau eingepasst – auch an schiefen Wänden, Dachschrägen und Rohrkästen.
Stand: September 2026 · Geprüft von unseren Küchenplanern in Hannover
Die Maße auf einen Blick
Diese Werte geben in fast jeder Einbauküche den Takt vor – unabhängig davon, ob daraus eine Zeile, ein L oder ein U wird.
- Rastermaß
- 60 cm Standardbreite eines Unterschranks. Module gibt es von 15 bis 120 cm.
- Schranktiefe
- 60 cm Tiefere Zeilen mit 65 bis 70 cm bringen mehr Arbeitsfläche, brauchen aber mehr Raum.
- Arbeitshöhe
- Ellenbogen − 10 bis 15 cm Bei 1,75 m Körpergröße landet man meist bei 90 bis 95 cm.
- Bewegungsfläche
- mind. 120 cm Vor Auszügen und Geräten. Arbeiten zwei Menschen gleichzeitig, sind 150 cm angenehmer.
- Oberschrank-Abstand
- 55 bis 65 cm Zwischen Arbeitsplatte und Unterkante Oberschrank – abhängig von Deiner Körpergröße.
- Arbeitsdreieck
- 3,60 bis 6,60 m Summe der Wege zwischen Kühlschrank, Spüle und Kochfeld.
Was eine Einbauküche
ausmacht
Der Unterschied zur losen Küchenmöbel-Zusammenstellung liegt nicht im Aussehen, sondern in der Planung.
Eine Einbauküche wird für genau einen Raum entworfen. Die Korpusse stehen auf einer durchgehenden Sockellinie, die Arbeitsplatte verbindet sie zu einer Fläche, und die Geräte sitzen in dafür vorgesehenen Nischen statt daneben. Was am Ende wie ein Möbelstück wirkt, ist eine Konstruktion aus vielen Einzelteilen, die erst vor Ort zusammenkommt.
Genau deshalb verzeiht sie Dinge, an denen eine Modulküche scheitert: Wände, die nicht im rechten Winkel stehen, ein Rohrkasten in der Ecke, eine Dachschräge über der Spüle. Passleisten, angepasste Sockel und auf Maß gefertigte Arbeitsplatten gleichen aus, was der Altbau an Eigenheiten mitbringt.
Der zweite Unterschied ist die Lebensdauer. Eine Einbauküche bleibt zwei Jahrzehnte und länger im Raum. Sie ist damit weniger eine Möbelanschaffung als ein Ausbaugewerk – und wird auch so geplant: mit Aufmaß, Anschlussplan und einem Montagetermin, an dem alles zusammenpasst.
Das Raster:
warum alles 60 ist
Fast jede Einbauküche folgt einem Rastermaß von 60 cm – in der Breite wie in der Tiefe. Daraus ergeben sich die gängigen Korpusbreiten von 30, 45, 60, 90 und 120 cm; Sondermaße sind möglich, kosten aber Aufpreis und Lieferzeit. Wer das Raster kennt, versteht schnell, warum eine Küche an einer 3,40 m langen Wand entweder eine Passleiste oder einen Sonderschrank braucht.
Eine Einbauküche besteht dabei immer aus denselben vier Schichten. Sie lassen sich unabhängig voneinander wählen – und später auch unabhängig voneinander tauschen.
- Korpus
- Das tragende Gehäuse. Es bleibt meist 20 Jahre und länger, weil man es nicht sieht – entsprechend zählt hier Materialstärke, nicht Optik.
- Front
- Türen, Auszüge, Griffe. Das sichtbare Gesicht der Küche und der Teil, der eine Modernisierung optisch trägt.
- Arbeitsplatte
- Die beanspruchteste Fläche im Raum. Keramik, Naturstein, Quarzstein oder Schichtstoff unterscheiden sich vor allem in Kratz- und Hitzefestigkeit.
- Sockel
- Gleicht Bodenunebenheiten aus und bestimmt am Ende die Arbeitshöhe. Er ist der Grund, warum die Höhe individuell wird.
Die fünf Zonen:
wo was hingehört
Eine Küche funktioniert nicht, weil alles hineinpasst, sondern weil die Reihenfolge stimmt.
Der Weg beim Kochen ist immer derselbe: auspacken, aufbewahren, waschen, schneiden, garen. Folgen die Zonen dieser Reihenfolge, macht man in einer Küche pro Tag mehrere Dutzend Schritte weniger. Läuft sie andersherum, merkt man das jeden Abend.
Zwei Abstände entscheiden dabei mehr als alles andere: mindestens 90 cm zusammenhängende Arbeitsfläche zwischen Spüle und Kochfeld – dort passiert die eigentliche Arbeit – und mindestens 40 cm Abstellfläche neben dem Kochfeld, damit der heiße Topf einen Platz hat.
- 1. Bevorraten
- Kühlschrank und Vorratsschrank, möglichst nah an der Tür.
- 2. Aufbewahren
- Geschirr und Gläser, direkt neben dem Geschirrspüler.
- 3. Spülen
- Spüle und Geschirrspüler nebeneinander, dazu der Abfallauszug darunter.
- 4. Vorbereiten
- Die größte zusammenhängende Arbeitsfläche, zwischen Spüle und Kochfeld.
- 5. Kochen
- Kochfeld, Backofen und Abstellfläche – mit Abstand zur Ecke und zur Wand.
Woran Du gute
Planung erkennst
Eine Einbauküche entscheidet sich lange vor der Montage. Wir messen jeden Raum selbst auf, statt uns auf Grundrisse zu verlassen – gerade im Bestand weichen Pläne und Wirklichkeit regelmäßig um mehrere Zentimeter voneinander ab. Aufgenommen werden nicht nur Längen, sondern auch Winkel, Bodenniveau, Fensterbrüstungen und die Lage aller Anschlüsse.
Der zweite Prüfstein ist die Frage, wer montiert. Bei uns bauen dieselben Leute die Küche auf, die sie vorher aufgemessen haben – deshalb landen Abweichungen nicht als Problem beim Kunden, sondern werden vor Ort gelöst. Vom ersten Entwurf bis zur Abnahme vergehen üblicherweise sechs bis zwölf Wochen, die Montage selbst dauert zwei bis fünf Tage.
Was wir beim Aufmaß aufnehmen
Wenn Du diese Punkte vorab kennst, wird das Erstgespräch deutlich konkreter.
- Wand- und Deckenmaße inklusive Winkel und Unebenheiten
- Fenster- und Türanschläge sowie Brüstungshöhen
- Lage von Wasserzulauf, Abfluss, Starkstrom und Steckdosen
- Heizkörper, Rohrkästen und Lüftungsöffnungen
- Deckenhöhe – entscheidet, ob Hochschränke bis oben laufen
- Bodenaufbau und ob der Boden vor oder nach der Küche kommt
- Zugang für die Anlieferung: Treppenhaus, Aufzug, Türbreiten
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Einbauküche und Modulküche?
Wie lange hält eine Einbauküche?
Kann ich meine Einbauküche beim Umzug mitnehmen?
Wie lange dauert es von der Planung bis zur fertigen Küche?
Passt eine Einbauküche auch in einen Altbau?
So sieht das gebaut aus
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